Das Kapostropheum

Die Kapostroph-Gruselgalerie

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Genitiv: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18    Plural: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17    Interpunktion: 1 2 3 4    Imperative: 1 2    Verbformen: 1 2    Diminutiv: 1    Kombipakete: 1 2    Fremdsprachen: 1 2    Ver(w)irrte Akzente: 1 2    Mehr wäre mehr: 1    Völlig willenlos: 1 2 3 4 5 6 7   


Impressum

Impressum und inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 10 Absatz 3 MDStV:

Disclaimer

Nein, hier folgt jetzt nicht der, so hat man den Eindruck, im deutschsprachigen WWW am häufigsten (Google findet es zur Zeit knapp 916000mal!) fehlinterpretierte und kritiklos nachgeplapperte Absatz über ein Urteil des Landgerichts Hamburg vom soundsovielten blablabla. (Siehe außerdem unten.) Originellerweise sind zahlreiche der Suchtreffer inzwischen nicht mehr der Disclaimertext selber, sondern auch Texte darüber, wie unsinnig er ist.

Es ist nämlich völlig egal, ob ich sowas hier hinschreibe oder nicht. In Kürze: Entweder habe ich hier irgendwo rechtswidrige Inhalte oder Links auf externe rechtswidrige Inhalte, und dann bin ich juristisch dran, ganz egal, ob hier ein „Disclaimer“ steht oder nicht. Oder ich habe keine. Dann brauche ich erst recht keinen Disclaimer.

Meines Wissens haben keine von mir verlinkten Seiten rechtswidrige Inhalte. Und selbst wenn sich das ändern sollte, reicht es, wenn ich den Link lösche, sobald ich davon Kenntnis erlange. Auch diese Verpflichtung ist unabhängig von irgendeinem ominösen Disclaimer.

So, das dazu, und jetzt noch zwei intellektuelle Klapse an die Rückseite der Denkhalle: Es heißt im besagten Unfugdisclaimer so gut wie immer (Hier findet Google immer noch knapp 200000!), wenn auch in unterschiedlichen Formulierungen: „Ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf meiner Homepage und mache diese Inhalte nicht zu eigen.“.

Bescheidene Zwischenfrage: Warum wird dann überhaupt verlinkt, hm?

„Sich distanzieren“ heißt nichts-damit-zu-tun-haben-wollen. Das läßt sich am einfachsten durch – Überraschung! – Nichtsetzen eines Links realisieren. Läßt man hingegen die Links stehen und distanziert sich von ihnen, sagt man den Betreibern der verlinkten Seiten: „Ihr seid auf meiner Liste von Leuten, mit denen ich nichts zu tun haben will. Vielleicht habt Ihr da sogar rechtswidrige Inhalte, aber ich bin zu faul, das selber zu prüfen.“

Und weil wir gerade so schön Semantik üben: „gelinkt“ bedeutet in etwa „reingelegt“, „über den Tisch gezogen“ oder „betrogen“. Was gemeint ist, aber nicht unfallfrei formuliert wird, ist „verlinkt“. Mit dieser Formulierung wird es aber auch nicht besser - nur seltener: etwa 900 Treffer bei Google. Wer noch mehr über kritikloses Nachplappern lesen möchte: bitteschön!

Weiterführende Literatur

Wer mehr und juristisch Ausführlicheres dazu wissen möchte, z. B. daß man sich mit diesem famosen Disclaimertext sogar schaden kann:

Google-Statistik

Dieser Quatsch scheint sich übrigens noch deutlich schneller zu verbreiten als Kapostrophe. Darüber läßt sich auch trefflich Buch führen:

DatumUnfugdisclaimer„gelinkt“„verlinkt“
03.08.20038000050000(nicht gezählt)
01.09.2003119000720001000
10.10.2003281000119000660
06.02.200412900066000930
11.05.2008839000168000450
06.10.2008916000200000881